Marktkommentar, September/Oktober2025

Wie schlägt sich die Wirtschaft Chinas?

Marktkommentar, September/Oktober2025

Wie schlägt sich die Wirtschaft Chinas?

Die gute Performance chinesischer Aktien im Jahr 2025 hat viele überrascht. Zum einen ist sie eine Reaktion auf die weniger guten Vorjahre, zum anderen ist sie auch einer fundamentalen Verbesserung geschuldet. Diese fundamentale Besserung hat mehrere Gründe. Dazu zählen beispielsweise stärkere Unterstützung des chinesischen Finanzmarktes durch einheimische institutionelle Investoren, Stimulierung der chinesischen Konjunktur und Märkte durch Zinssenkungen und Spezialfaktoren bei der Exportdynamik im Zusammenhang mit den US-Zollerhöhungen. Wichtiger aber sind die Stabilisierung des chinesischen Privatkonsums und vor allem die massive Transformation der chinesischen Volkswirtschaft. Die enormen Ressourcen Chinas werden vermehrt in Sektoren mit höherer Wertschöpfung und höheren Margen gelenkt, von Pharma und Elektroautos bis zu Robotik und künstlicher Intelligenz.

China, bekanntlich die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt, zeigte im bisherigen Jahresverlauf eine klar bessere Entwicklung, als vom Marktkonsens erwartet worden war. Entsprechend wurden sowohl speziell chinesische Aktien wie auch generell Schwellenländeraktien positiv beeinflusst. Im ersten Halbjahr lag zudem auch das Wirtschaftswachstum Chinas über dem offiziellen Ziel der chinesischen Regierung. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes wurde dabei in erster Linie vom guten Privatkonsum getragen und in zweiter Linie von einer soliden Exporttätigkeit.

Der Privatkonsum in China profitierte vor allem vom durch staatliche Subventionen gestützten Einzelhandel, besonders die Verkäufe von Haushaltgütern und Autos zeigten sich stark. Diese staatlichen Konsumsubventionen wurden durch die Emission von sehr langen chinesischen Regierungsanleihen finanziert. Dabei half die recht tiefe Inflation, weshalb insgesamt das Zinsniveau auf historisch niedrigen Niveaus bleiben konnte. Für die kommenden Quartale ist nicht mit einer signifikanten Konsumreduktion zu rechnen, doch dürfte der Einzelhandel die chinesische Konjunktur nicht im gleichen Masse wie bisher antreiben.

Auch die Exporttätigkeit zeigte sich im Jahresverlauf von 2025 mehrheitlich ansprechend. Dabei wurden die Exporte vor allem in der ersten Jahreshälfte 2025 durch das «Frontloading», also Vorbestellungen in Erwartung der später kommenden höheren US-Zölle, gestützt. Zudem exportierte China auch mehr in die südostasiatischen Länder und von dort dann – also indirekt – in die USA zur Umgehung von Zollerhöhungen. Dies dürfte jedoch schwierig werden, da die USA diese Umgehung nun mit speziellen Massnahmen bekämpft.

Die chinesische Volkswirtschaft befindet sich in einer bisher erfolgreichen Transformation zu einem technologischen Leader.

Gérard Piasko, Chief Investment Officer

Obwohl sich sowohl Konsum wie auch Exporte künftig tendenziell nicht mehr so kräftig entwickeln dürften wie in den ersten Quartalen 2025, ist es doch unwahrscheinlich, dass sie sich so stark reduzieren, dass das Regierungsziel für das Wirtschaftswachstum nicht erreicht werden kann. Zudem könnte die Regierung in Peking falls nötig die chinesische Konjunktur durch Zinssenkungen und andere Schritte stimulieren. Zur Unterstützung des Finanzmarktes hat die Regierung im Verlauf von 2025 übrigens angeordnet, dass chinesische institutionelle Investoren, vor allem Versicherungen, ihren Anteil am einheimischen Aktienmarkt um 10 % erhöhen müssen. Auch dies ist ein Grund für das gute Abschneiden von chinesischen Aktien im globalen Vergleich im Jahr 2025.

Was weltweit wenig bekannt ist, ist die enorme Transformation zur Top-Technologiemacht, welche China zurzeit zeigt. Der weiterhin problematische Immobiliensektor macht noch einen Viertel der Volkswirtschaft Chinas aus und bleibt strukturell wegen der Schuldenhöhe belastet. Inzwischen erlebt China aber seit einiger Zeit einen von der Regierung geplanten Boom von Investitionen bei künstlicher Intelligenz, im Militärbereich, bei Elektroautos und deren Komponenten sowie bei Robotern und anderen Technologiebereichen.

Das bedeutet, dass viele der enormen Ressourcen der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt vermehrt in Sektoren mit höherer Wertschöpfung und höheren Margen geleitet werden, auch in den Pharmabereich. China ist inzwischen für etwa gleich viele neue Medikamenteninnovationen wie die USA verantwortlich und ist der grösste Online-Markt der Welt. Die generell steigende Beliebtheit von chinesischen Marken im Vergleich zu westlichen Marken innerhalb Chinas hilft dabei massiv. Zwei Drittel der globalen Verkäufe von Elektroautos entfallen inzwischen auf China und bei der globalen Batterieproduktion liegt der chinesische Anteil schon bei 60 %. Fazit: China darf nicht unterschätzt werden.

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko leitet als Chief Investment Officer die Anlagekommunikation der Privatbank Maerki Baumann. Zuvor war er über viele Jahre Chief Investment Officer bei Julius Baer, bei Sal. Oppenheim und bei der Deutschen Bank.

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Redaktionsschluss: 9. September 2025

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