Divergierende Faktoren prägen das Marktumfeld

Anlagepolitik, April 2026

Divergierende Faktoren prägen das Marktumfeld

«Divergierende Faktoren prägen das Marktumfeld»

Das globale Umfeld bleibt trotz intakter Konjunktur fragiler. Der Irankrieg erhöht die geopolitische Unsicherheit, treibt die Energiepreise und belastet insbesondere Europa und Teile Asiens. Gleichzeitig stützen fiskalische Impulse die Weltwirtschaft. Vor diesem Hintergrund halten wir an einer defensiveren Positionierung mit klaren Präferenzen über die Assetklassen hinweg fest.

Die globale Wirtschaft befindet sich zwar grundsätzlich auf einem Wachstumskurs, dieser kann jedoch durch die aktuelle Situation des Irankrieges (je nach Länge des Unterbruchs der Energietransporte durch die Meerenge von Hormus entsprechend mehr oder weniger) abgebremst werden. Höhere Energiepreise können die Volkswirtschaften in Asien, so Indien, Japan, Südkorea, partiell China und einzelne Länder in Europa stärker treffen als die USA, dies dank der recht guten US-Selbstversorgung mit Energie. Allerdings wird die Weltwirtschaft dieses Jahr unterstützt durch die Geldpolitik, sofern Zinssenkungen im zweiten Halbjahr erfolgen, sowie durch Fiskalstimulierungen vor allem in den USA, aber auch in Japan und der Eurozone. Die Schweizer Wirtschaft zeigt Erholungsanzeichen speziell in Dienstleistungssektoren, aber auch Belastungen durch einen wieder stärkeren Schweizer Franken.

Währungen

Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte die auf einem Notstandsgesetz basierenden Zölle für ungültig, doch Präsident Trump kündigte neue Importaufschläge an. Dies schwächte das Vertrauen und belastete den US-Dollar kurzfristig. Der Angriff auf den Iran stützte den Dollar jedoch wieder, sodass er im Monatsvergleich stärker notierte. Rohstoffwährungen gewannen im Zuge des Irankrieges an Wert. Der Euro erreichte Anfang März ein historisches Tief gegenüber dem Schweizer Franken. Der Franken bleibt als sicherer Hafen gefragt.

Obligationen

Die jüngsten Inflations- und Arbeitsmarktdaten setzen das FED derzeit nicht unter unmittelbaren Handlungsdruck. Auch die EZB hat ihre Leitzinsen erwartungsgemäss unverändert belassen. Die SNB dürfte vorerst ebenfalls an ihrem aktuellen Zinsniveau festhalten. Die Obligationenrenditen sind jedoch im Einklang mit den Ölpreisen gestiegen, da die Anleger ihre Inflationserwartungen aufwärts revidiert haben. Diese Entwicklung hat sich entsprechend negativ auf die Kurse ausgewirkt. Die Kombination aus weiterhin soliden Unternehmensbilanzen und stabiler Nachfrage institutioneller Investoren stützt die Anlageklasse jedoch. Kurzfristig könnten geopolitische Risiken und Zinsvolatilität aber zu einer weiteren moderaten Ausweitung der Kreditspreads führen. Wir sehen attraktivere Risiko-Ertrags-Profile in anderen Assetklassen und bleiben daher in Obligationen untergewichtet, bei gleichzeitig neutraler Durationspositionierung.

TAA Ausgewogen CHF

TAA Ausgewogen CHF

Immobilien

Indirekte Immobilienanlagen verzeichneten im Einklang mit anderen Märkten Abgaben, zeigten sich aber vergleichsweise robust. Es wurden wieder mehrere Kapitalerhöhungen angekündigt. Die fundamentalen Faktoren im Wohnimmobiliensegment, insbesondere die starke Zuwanderung bei gleichzeitig unzureichender Bautätigkeit, stützen den Markt weiterhin. Schweizer Immobilienfonds überzeugen nach wie vor mit ihrer Attraktivität im Vergleich zu Obligationen und weisen zudem eine geringere Volatilität als Aktien auf. Entsprechend halten wir an unserer Übergewichtung fest.

Aktien

Der Beginn des Angriffs auf den Iran führte zu einer Korrektur an den globalen Aktienmärkten, wobei die Reaktionen regional unterschiedlich ausfielen. Während nordamerikanische Aktien nur moderat nachgaben, verzeichneten andere Regionen deutlichere Rückgänge. Währungsbewegungen verstärkten diese Entwicklung: Der stärkere US-Dollar belastete Schwellenländeraktien, während die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro die Performance Schweizer Aktien zusätzlich dämpfte. Insgesamt erwies sich die Positionierung im MSCI All Country Index als robust, auch wenn Segmente wie World Value und Industriewerte stärkere Rückgänge verzeichneten. Angesichts der deutlich gestiegenen Unsicherheit wird die Positionierung defensiver ausgerichtet. Positionen in Substanzaktien und Industriewerten werden verkauft, wobei trotz der kurzen Haltedauer im Falle der Industrieaktien positive Beiträge realisiert werden konnten. Mit dem frei werdenden Kapital wird die Allokation im MSCI All Country Index erhöht sowie eine Position in US-Aktien mit niedriger Volatilität aufgebaut.

Rohstoffe

Die grössten Bewegungen am Rohstoffmarkt waren im Energiesektor zu beobachten. Auslöser waren die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Iran sowie die iranischen Reaktionen, darunter Angriffe auf Energieinfrastruktur in der arabischen Welt und die zeitweise Blockierung der Strasse von Hormus. Seit Jahresbeginn hat der Energiesektor rund 40 % zugelegt und damit die Entwicklung des Rohstoffmarktes klar dominiert. Edelmetalle konnten mit einem Anstieg von etwa 16,7 % leicht besser abschneiden als der Gesamtmarkt. Industriemetalle verzeichnen ein Plus von rund 6,3 %, während der Agrarsektor mit etwa 3,2 % moderater zulegte. Wir halten am Übergewicht in Gold fest und belassen die Gesamtgewichtung im Rohstoffbereich auf neutral.

Privatmärkte

In den vergangenen Wochen sahen sich einige Private-Debt-Fondsmanager mit vermehrten Rücknahmeanträgen in ihren semi-liquiden Produkten konfrontiert, was zu negativen Medienberichten geführt hat. Als wesentlicher Treiber gilt die zunehmende Unsicherheit rund um potenzielle KI-bedingte Disruptionen im Softwaresektor. Die beobachteten Spannungen erscheinen bislang jedoch nicht repräsentativ für die gesamte Anlageklasse, deren fundamentale Rahmenbedingungen weitgehend stabil bleiben. Insbesondere institutionelle Investoren richten ihren Fokus weiterhin auf langfristige Fundamentaldaten als auf kurzfristige Marktsignale. Entsprechend halten wir an unserer aktuellen Strategie und Gewichtung fest, verfolgen die Entwicklung jedoch weiterhin aufmerksam.

Digitale Vermögenswerte

Der Kryptomarkt zeigt sich trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stabil. Technisch bleibt er in einer Konsolidierungsphase zwischen klaren Unterstützungs- und Widerstandszonen. Auf der Nachfrageseite sehen wir weiterhin selektive, aber robuste Zuflüsse: Institutionen wie Strategy, der Staatsfonds von Abu Dhabi und der Harvard Endowment bauen ihre Positionen aus. Auch die Bitcoin-ETFs verzeichnen im März bislang Zuflüsse von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Auch wenn finale Bodensignale noch ausstehen, bleibt die strukturelle Investmentthese intakt. Entsprechend halten wir an unserer neutralen Gewichtung fest.

TAA Plus Ausgewogen CHF

TAA Plus Ausgewogen CHF

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Redaktionsschluss: 20. März 2026

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