Devisenkommentar

Devisenkommentar

Der Devisenkommentar wird regelmässig publiziert und umfasst unsere Markteinschätzung für die sechs wichtigsten Währungspaare.

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Wichtige Hinweise

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass sich die nachstehenden Deviseneinschätzungen ausschliesslich an Personen mit Domizil Schweiz richten. Zudem bitten wir den Leser stets folgende Informationen zur Kenntnis zu nehmen:

Erstellungsdatum: 09. April 2019

EUR/USD 1,1260

Unverändert gegenüber gestern zeigt sich heute der EUR/USD, aktuell bei 1,1260. Dem Handel zwischen Euro und Dollar fehlte es an Impulsen. In der Eurozone und den USA wurden keine marktbewegenden Konjunkturdaten veröffentlicht. Die Gefahr einer neuerlichen Verschärfung des Handelsstreits mit den USA belastete den Euro nicht. US-Präsident Donald Trump hatte der Europäischen Union im Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus gedroht. Heute entscheidet die EZB über ihre Geldpolitik. Die Ergebnisse werden wegen der Frühjahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Tag früher verkündet als üblich. Wesentliche Neuerungen am geldpolitischen Kurs werden von der Notenbank nicht erwartet. Anfang März hatte die EZB wegen der schwächeren Konjunktur eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik beschlossen. Bei einem Tagesschluss unter 1,1180 erwarten wir einen schwächeren Kurs bis auf 1,1100 und 1,1080. Oben sehen wir weiterhin einen Widerstand bei 1,1280. Trading-Range: 1,1180 – 1,1280.

Widerstände

1,1280

1,1320
Unterstützungen 1,1220 1,1180
EUR/CHF 1,1270

Etwas höher, aktuell bei 1,1270, zeigt sich zur Wochenmitte der EUR/CHF. Die technischen Indikatoren zeigen trotzdem noch weiterhin nach unten und dürfte erst bei einem Tagesschluss über 1,1280 auf positiv drehen und für höhere Kurse bis auf 1,1350 sorgen. Mit weiteren Korrekturen nach unten bis auf 1,1150 und 1,1120 muss weiterhin gerechnet werden. Trading-Range: 1,1175– 1,1240.

Widerstände

1,1280

1,1320

Unterstützungen 1,1200 1,1175
USD/CHF 1,0002

Um die Parität, aktuell bei 1,0002, zeigt sich heute der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken. Die Parität bleibt ein wichtiger Widerstandspunkt. Bei einem klaren Tagesschluss über der Parität würden die technischen Indikatoren nach oben drehen und für nächste Woche eine weitere Bewegung bis auf 1,0050 und 1,0100 sorgen. Bei einem Tagesschluss unter 0,9900, würden die technischen Indikatoren kurzfristig nach unten drehen und den US-Dollar schwächen bis auf 0,9850. Trading-Range: 0,9900– 1,0000.

 

Widerstände

1,0020

1,0040
Unterstützungen 0,9940 0,9900
USD/JPY 111,15

Der USD/JPY rutschte gestern mit 110,95 auf ein neues Wochentief, konnte sich im Anschluss aber wieder zurück über die psychologisch wichtige Marke von 111,00 erholen. Aktuell steht der Kurs bei 111,15. Der Yen gilt - wie auch der Franken - als sicherer Anlagehafen. Die wichtige Marke von 110,00 bleibt technisch gesehen weiterhin als grosse Unterstützung bestehen. Die technischen Indikatoren bleiben neutral und dürfte bei einem Tagesschluss unter 110,80 nach unten drehen mit einem Kursziel bis auf 109,50. Oben sehen wir weiterhin die 112-Marke als grossen Widerstand. Trading-Range: 109,50– 112,00.

Widerstände 111,80 112,00
Unterstützungen

111,00

110,80
GBP/USD 1,3065

Mit 1,3065 steht das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar weiterhin auf breiter Front unter Druck. In Brüssel findet heute ein Sondergipfel der Europäischen Union statt. Es geht einmal mehr um den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU. Als wahrscheinlich gilt ein weiterer Aufschub des Brexit. Allerdings ist nicht klar, für wie lange der Austritt verschoben wird. Nächste wichtige Unterstützung bleibt weiterhin bei 1,3000 und 1,2950. Oben sehen wir bei 1,3300 und 1,3400 einen wichtigen Widerstand. Jede weitere Meldung positiv oder negativ über den Brexit, dürfte das Pfund in eine oder andere Richtung weisen. Brexit bleibt eine Chaos-Veranstaltung! Trading-Range: 1,3000 – 1,3400.

Widerstände 1,3200 1,3300
Unterstützungen

1,3000

1,2950
Kommt es am Freitag zum harten Brexit?

Diesen Freitag, 24 Uhr Schweizer Zeit, verlässt Grossbritannien automatisch die Europäische Union. Zumindest, wenn alles so bleibt, wie es gerade ist.

Ursprünglich hätten die Briten die EU am 29. März verlassen sollen. Doch dann wurde die Frist bis diesen Freitag, 12. April, verlängert. Wieso gerade der 12. April? Weil sich Grossbritannien nach britischem Recht bis dann entscheiden muss, ob es an der Europawahl Ende Mai teilnimmt – und damit Abgeordnete nach Brüssel schickt, die dort quasi als parlamentarische Platzpatronen fungieren: Sie würden im EU-Parlament über Dinge abstimmen, die ihr Land gar nicht mehr betreffen. Da aber der Freitag schon wieder bedrohlich nahe gerückt ist und die Fronten weiterhin verhärtet sind, hat das britische Parlament nun ein Gesetz beschlossen, das die Regierung verpflichtet, den Brexit zu verschieben. So will das Parlament einen harten Brexit, einen No-Deal-Brexit, verhindern. Das setzt die Akteure weiter unter Zugzwang und rückt zwei Bedingungen für einen geordneten Brexit ins Zentrum:

Entweder die EU gewährt den Briten am Sondergipfel diesen Mittwoch einen weiteren Aufschub. Als neues Austrittsdatum wird der 30. Juni gehandelt. Frankreich aber hat durchblicken lassen, dass man von dieser Fristverlängerung überhaupt nichts hält. Nicht weil es in diesem Scheidungsverfahren den bockigen Partner geben will, sondern wegen der Europawahl vom 23. bis 26. Mai, bei der Grossbritannien eben besagte Platzpatronen-Abgeordnete stellen müsste.

Oder das britische Parlament einigt sich bis Freitag statt auf Mays Brexit-Vertrag auf eine der drei Alternativlösungen: eine Aufschiebung sogar über den 30. Juni hinaus, ein zweites Referendum zum Brexit oder das Seinlassen der ganzen Sache – wobei dann der knappe Volksentscheid von 2016 für einen Brexit problematischer Weise nullifiziert würde. Sollte es bis zum Freitag weder zu einer Fristverlängerung noch zu einem Unterhaus-Ja zum Austrittsvertrag kommen, scheidet Grossbritannien um 24 Uhr unserer Zeit automatisch aus der EU aus. Dann wäre der chaotische Brexit Tatsache. Beim Szenario eines solchen No-Deal-Brexits würde Grossbritannien auf einen Schlag aus dem EU-Binnenmarkt und aus der Zollunion fallen. Die Folgen? Schwerwiegend und in der Bildstrecke nachzuschauen.

 

 

 

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