Eine balancierte Anlagestrategie

Anlagepolitik, Mai 2018

Eine balancierte Anlagestrategie

Die Weltwirtschaft hat sich im Wachstumstrend etwas verändert. Während die USA weiterhin, von Steuersenkungen und Regierungsausgaben getrieben, konjunkturell expandieren, hat sich die ökonomische Dynamik der Eurozone klar verlangsamt. Das beste Wirtschaftswachstum zeigen die Schwellenländer, weshalb wir sie bei den Aktien nach wie vor favorisieren. Anleihen bleiben wichtig zur Diversifikation gerade in geopolitisch unsichereren Zeiten, ebenso wie Gold.

Die Geschäftsstimmung in der US-Industrie hat sich im März nochmals verbessert und bleibt auf einem robusten Niveau ebenso wie das Wachstum des US-Konsums. Die Industrieproduktion der Eurozone hat sich zuletzt überraschend um 0.8% zum Vormonat abgeschwächt. Im Wachstum zum Vorjahr haben sich die Industrieproduktion der Eurozone wie auch wichtige Frühindikatoren wie die deutschen Industrieaufträge jüngst überraschend deutlich verlangsamt. Durch die Reduktion der europäischen Aktien im letzten Anlageentscheid waren wir auf eine solche Entwicklung gut vorbereitet. In den Schwellenländern jedoch zeigen die Konjunkturindikatoren weiterhin nach oben. Es ist offensichtlich, dass die Schwellenländer von allen Regionen das beste Wirtschaftswachstum zeigen, was solange der US Dollar schwach bleibt, durchaus anhalten sollte.

Aktien
Gleichzeitig zeigen die Schwellenländer nach wie vor eine günstigere Bewertung als andere Aktienregionen. So sind sie mit einem Kurs-/Gewinnverhältnis von 12 nicht nur klar niedriger bewertet als die USA mit rund 16.5 oder die Eurozone mit knapp 14, sondern auch günstiger als Japan mit 13.5, welches zunehmend vom klar schwächeren USDollar- Yen-Kurs benachteiligt wird. Thematisch sind Robotik/Automation und Biotechnologie mittelfristig wegen strukturell guten Wachstumsaussichten interessant, auch wenn sie sich natürlich nicht von der generell zunehmenden Volatilität abkoppeln können. Goldminenaktien, die historisch stark mit dem Goldpreis korrelieren, erscheinen recht günstig im Verhältnis zum Goldpreis. In den kommenden Wochen dürften neben der Geopolitik zunehmend wieder die Unternehmensgewinne eine wichtige Rolle für die Aktienmärkte spielen. Besonders die anlaufende Berichtsaison zu den Resultaten der US-Unternehmen wird interessant. Der Marktkonsens rechnet mit rund 16-19 % Gewinnanstieg zum Vorjahr für die US-Firmen im 1. Quartal.

«Schwellenländer zeigen weiter das beste Wirtschaftswachstum aller Regionen.»

Gérard Piasko, Chief Investment Officer

Obligationen
Die US-Inflationsdaten haben die Obligationenmärkte wieder beruhigt. Nach einem starken Anstieg von +0.35 % zum Vormonat im Januar waren sowohl Februar als auch März mit je +0.18 % moderater. Auch die US-Lohninflation war mit 2.7 % wieder tiefer als im Januar. Wir gehen davon aus, dass der Inflationsdruck der USA zurzeit nicht ausser Kontrolle gerät. Dies hat jüngst zu niedrigeren Anleihenrenditen sowohl in USD, Euro als auch in CHF geführt. Obligationen bleiben ein wichtiger Bestandteil eines kompletten Portfolios. Für den Fall, dass die USInflation in den kommenden Monaten stärker ansteigen sollte als vom Konsens bereits erwartet, ergänzen inflationsgeschützte Anleihen, Hybridunternehmensanleihen sowie Schwellenländerobligationen (die von höheren Rohstoffpreisen oft profitieren) ein gut diversifiziertes Obligationenportfolio.

Wir machen darauf aufmerksam, dass Obligationen mit diesem Fokus einen wichtigen Platz in Kundenanlagen einnehmen, nicht zuletzt, um in geopolitisch unsichereren Zeiten die Anlagen zu diversifizieren. Entsprechende Akzentmodule sind dank unserer modularen Anlagestrategie für Kunden verfügbar.

Währungen
Der Euro hat zum US-Dollar und zum Schweizer Franken in den letzten Wochen wieder Avancen verzeichnet. Für EUR/USD befindet sich der psychologisch-technische Widerstand bei rund 1.25, den es zu überwinden gilt, um sich weiter Luft nach oben zu verschaffen. Im Euro gegenüber Schweizer Franken wurde der technische Widerstand bei 1.1850 überwunden. Damit besteht weiteres Potenzial hin zu 1.2050-1.2250 ausser noch mehr verschärfte geopolitische Spannungen erhöhen wieder die Nachfrage nach Schweizer Franken als sicherem Hafen. Angesichts hoher Negativzinsen erscheint aber Gold als sicherer Hafen derzeit interessanter. Die norwegische Krone ist in der Kaufkraft immer noch unterbewertet. Zudem könnte sie wie, historisch oft schon bewiesen, bei weiterem Anstieg des Ölpreises an Wert zulegen. Da Norwegen zu den grossen Ölproduzenten gehört, verbessert sich der fundamentale Wert der Krone mit steigendem Ölpreis wegen höheren Staatseinnahmen und somit stärkerer Wirtschaft.

Rohstoffe
Der Ölpreis hat in den letzten Wochen seinen Aufwärtstrend, der auf die Korrektur Ende Januar/Anfang Februar (die parallel zur der Korrektur anderer Risikoanlagen wie Aktien erfolgte) fortgesetzt. Beim jüngsten Ölpreisanstieg spielte Unsicherheit betreffend geopolitischer Situation im Nahen Osten eine Rolle. Angesichts der Möglichkeit eines weiteren Anstiegs der US-Ölproduktion, die eventuelle Angebotsunterbrechungen im Nahen Osten, welche ja nicht sicher sind, ausgleichen könnte, ziehen wir aber innerhalb der Rohstoffe Gold vor. Im Akzentmodul Rohstoffe sind wir daher auch Gold übergewichtet. Auch ein Akzentmodul Rohstoffe macht also in der gegenwärtigen Börsenlage durchaus Sinn.

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko leitet als CIO das Anlagekomitee der Privatbank Maerki Baumann & Co. AG. Zuvor war er über viele Jahre CIO bei Julius Baer, bei Sal. Oppenheim und bei der Deutschen Bank.

Modular anlegen mit Maerki Baumann

Die hervorgehobenen Akzentmodule erlauben es Ihnen, die erwähnten Themen in Ihrem Portfolio abzubilden:

Aktien Schweiz Aktien USA
Nebenwerte Schweiz Aktien Schwellenländer
Aktien Eurozone Aktien Global
Aktien Deutschland  
Obligationen CHF Global Ausgewogen
Obligationen EUR Rohstoffe
Obligationen USD  
Obligationen Schwellenländer  

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Publikation ist nicht auf die Herbeiführung eines Vertragsschlusses gerichtet, sondern enthält lediglich Markt- und Anlagekommentare von Maerki Baumann & Co. AG sowie eine Einschätzung zu ausgewählten Finanzinstrumenten. Somit stellt diese Publikation weder eine Anlageberatung noch ein Angebot für den Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Weiteren übernimmt Maerki Baumann & Co. AG keinerlei Haftung für den Inhalt dieses Dokuments und haftet insbesondere nicht für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, einschliesslich direkte, indirekte oder Folgeschäden, die aufgrund von in diesem Dokument enthaltenen Informationen und/oder infolge der den Finanzmärkten inhärenten Risiken entstehen.

Redaktionsschluss: 19. April 2018

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