Devisenkommentar

Devisenkommentar

Der Devisenkommentar wird regelmässig publiziert und umfasst unsere Markteinschätzung für die sechs wichtigsten Währungspaare.

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E-Mail: devisen@maerki-baumann.ch

Wichtige Hinweise

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass sich die nachstehenden Deviseneinschätzungen ausschliesslich an Personen mit Domizil Schweiz richten. Zudem bitten wir den Leser stets folgende Informationen zur Kenntnis zu nehmen:

Erstellungsdatum: 25. Februar 2020

1,0850

Der EUR/USD hat sich gestern nach seinem erneuten Anstieg bis auf 1,0860 im US-Handel nur wenig bewegt. Am Morgen hatte das Währungspaar nur knapp über der Marke von 1,0800 notiert. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung bei 1,0850 umgesetzt. Nach ausgeprägten Kursturbulenzen zum Wochenauftakt wegen der jüngsten Zuspitzung der Coronavirus-Krise hat sich die Lage an den internationalen Finanzmärkten vorerst etwas beruhigt. Die Virus-Krise bleibt bestimmendes Thema an den Märkten. Im Mittelpunkt des Interesses steht vor allem die Frage, wie stark sich das Virus ausserhalb Chinas ausbreiten und zu einer Bedrohung für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft werden kann. Im weiteren Handelsverlauf dürften auch Konjunkturdaten beachtet werden. In der Eurozone wird eine weitere Schätzung zum deutschen Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2019 erwartet und in Frankreich Kennzahlen zur Entwicklung der Stimmung in den Unternehmen. Die technischen Indikatoren zeigen, solange wir unter der Marke von 1,0920 bleiben, weiterhin nach unten - mit Kurszielen bei 1,0780 und 1,0750. Mit weiteren kleinen Korrekturen nach oben bis auf 1,0920 und 1,0950 muss jedoch immer wieder gerechnet werden. Trading-Range: 1,0780 – 1,0920.

Widerstände

1,0880

1,0920
Unterstützungen 1,0780 1,0750
EUR/CHF 1,0630

Gegenüber dem Schweizer Franken erholte sich der Euro wieder und setzte sich von der 1,06-Marke nach oben ab. Im gestrigen Handelsverlauf war er mehrmals kurzzeitig unter diese psychologisch wichtige Marke gefallen. Aktuell steht der Kurs bei 1,0630. Bei diesem schwachen Euro müssen wir jederzeit mit Interventionen der SNB rechnen (siehe ausführlicher Kommentar unten). Die technischen Indikatoren zeigen weiterhin nach unten und dürften erst bei einem Durchbruch bei 1,0780 auf positiv drehen und höhere Kurse bis auf 1,0850 avisieren. Unten sehen wir Unterstützungen bei 1,0600 und 1,0580. Trading-Range: 1,0580– 1,0720.

Widerstände

1,0660

1,0720

Unterstützungen 1,0600 1,0580

USD/CHF 0,9800

Der USD/CHF bewegt sich weiterhin noch um die Marke von 0,9800. Die technischen Indikatoren zeigen nach oben mit Kurszielen bei 0,9840 und 0,9900. Unten sehen wir Korrekturen bei 0,9750 und 0,9700. Trading-Range: 0,9750– 0,9840.

Widerstände

0,9840

0,9880
Unterstützungen 0,9750 0,9700
USD/JPY 110,75

Weitere Korrektur nach unten hat es auch gestern beim USD/JPY gegeben. Der Kurs fiel von 111,50 bis auf 110,35 runter. Aktuell steht der Kurs bei 110,75. Der japanische Yen (wie auch der Schweizer Franken) gilt weiterhin unter Anlegern als sicherer Rückzugsort in unruhigen Zeiten (ein typisches Phänomen in Krisenzeiten). Die Die technischen Indikatoren zeigen im Moment keinen richtigen Trend an. Trading-Range: 109,90– 111,70.
Widerstände

111,20

111,70
Unterstützungen

110,30

109,90

GBP/USD 1,2930

Das britische Pfund hat sich gegenüber dem US-Dollar seit gestern kaum bewegt und wird aktuell bei 1,2930 umgesetzt. Die technischen Indikatoren zeigen, solange wir unter 1,3000 bleiben, weiterhin nach unten mit Kurszielen von 1,2850 und 1,2780. Mit weiteren Korrekturen bis auf 1,3000 muss gerechnet werden. Trading-Range: 1,2780 – 1,3000.

Widerstände 1,2950 1,3000
Unterstützungen

1,2890

1,2850

Entwicklung der Sichtguthaben deutet auf Devisenmarkt-Interventionen der SNB hin

 

Die Schweizerische Nationalbank dürfte jüngst wieder am Devisenmarkt interveniert haben.

Der Anstieg der Sichtguthaben von Banken bei der SNB deutet laut Marktteilnehmern darauf hin. Sie erwarten aufgrund der Situation um das Coronavirus ausserdem bald weitere Interventionen. Konkret ist der Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben bei der SNB für die vergangene Woche (Mittwoch bis Mittwoch) um 2,2 Milliarden auf 592,3 Milliarden Franken gestiegen, wie die SNB gestern mitteilte. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als guter Indikator für mögliche Interventionen der SNB zur Frankenschwächung. Sie kauft dann etwa Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. Der Anstieg der Sichtguthaben sei "ein deutliches Indiz" für eine Intervention, sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zu Beginn des Jahres sei es normal, dass die Sichtguthaben aus saisonalen Gründen anstiegen. "Wenn Mitte Februar die Sichtguthaben hingegen um zwei Milliarden steigen, lässt dies klar auf Devisenmarktinterventionen schliessen, insbesondere in der momentanen Situation." Zwei Milliarden seien allerdings kein besonders hohes Volumen, meinte er.

Zahlen von nächster Woche spannender

"Die Zahlen von nächster Woche werden daher interessanter sein, weil sie dann das Verhalten der SNB in der jetzigen Situation aufzeigen, in der das Coronavirus der europäischen und der Schweizer Wirtschaft deutlich näher gerückt ist", so der Ökonom der UBS weiter. So gilt die Verunsicherung wegen des Virus als Grund für die Aufwertung des Frankens. Denn die Schweizer Währung hat international Bedeutung als sicherer Hafen in Krisenzeiten. In der Nacht auf Montag - nach Bekanntwerden eines drastischen Anstiegs der Anzahl an Infizierten - war der Euro-Franken-Wechselkurs im asiatischen Handel erstmals seit Sommer 2015 unter die Schwelle von 1,06 Franken gefallen. Mittlerweile notiert das Währungspaar aber wieder leicht darüber.

Hohe Interventionen von 2015 bis 2017

Intervenieren im grossen Stil musste die SNB zuvor etwa in den Jahren 2015 bis 2017. Nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar 2015 war der Wert des Franken bekanntlich massiv in die Höhe geschossen und hatte die Schweizer Exportwirtschaft dadurch vor massive Probleme gestellt. Allein 2015 kaufte die SNB Devisen für 86,1 Milliarden Franken, 2016 waren es dann 67,1 Milliarden und 2017 48,2 Milliarden. Aber auch schon 2014, also im Jahr vor der Aufhebung des Mindestkurses, hatte sie Devisen in Höhe von 25,8 Milliarden erworben. Keinen grossen Bedarf mehr für Interventionen gab es dann im vergangenen Jahr mit Käufen im Gegenwert von lediglich noch 2,3 Milliarden Franken. Grund war vor allem die relative Schwäche des Frankens, wobei der Euro-Franken-Wechselkurs im April kurzfristig gar die Marke von 1,20 überstiegen hatte. Von der EZB waren damals mittelfristig Zinserhöhungen erwartet worden, während die die SNB weiterhin die Bereitschaft zu Interventionen betont und damit keine Anzeichen einer Normalisierung der Geldpolitik ausgesendet hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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