Aktuelles aus dem Blog

Aktienpicks CH

11.11.2015 -

Der beste Oktober seit vier Jahren – gemessen am MSCI-Weltaktienindex – hat diverse Marktteilnehmer überrascht. Dass die Käufer so schnell an den Markt zurückkehren würden, haben wohl nur wenige erwartet. Für uns ist es ein Zeichen weiterhin bestehender Aktiennachfrage in einem Umfeld, das von wenigen Alternativen geprägt ist. Wir gehen für die kommenden Monate von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends an den Aktienmärkten aus und schätzen die Gefahren eines beginnenden Bärenmarktes als gering ein. Sollten die Obligationenrenditen im Zuge des einsetzenden Basiseffekts bei der Inflation – Stichwort Ölpreise – in den kommenden Monaten deutlich anzuziehen beginnen, wäre Vorsicht geboten. So empfehlen wir weiterhin, in kurzfristige Kursschwäche zu kaufen. In der Schweiz favorisieren wir aktuell SGS, Credit Suisse, Roche, Novartis, Swatch Group sowie Swisscom.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare

Agrarrohstoffe

09.09.2015 -

Angesichts des starken Abwärtstrends bei den Rohstoffen stellt sich die Frage, wie attraktiv diese Anlageklasse noch ist. Wir sehen aktuell aber eine Gelegenheit, ein erstes Engagement im Agrarrohstoffbereich aufzubauen, da die Preise kaum 10 % über den Allzeittiefs stehen. Die guten Ernten der letzten zwei Jahre und hohe Vorratslager hatten hier einen starken Einfluss. Blickt man nun aber voraus, erachten wir das Verhältnis von Chancen zu Risiken als sehr günstig, denn: Einerseits sind die guten Ernteaussichten auch für dieses Jahr bereits in den Preisen eskomptiert, andererseits sind die klimatischen Aussichten aufgrund des El-Niño-Phänomens dieses Jahr unsicherer geworden, was bei Auftreten von Wetterkapriolen zu beträchtlichen Preissteigerungen führen könnte. Schliesslich spricht auch die tiefe Korrelation zu anderen Anlageklassen für eine mittelfristige Position in Agrarrohstoffen.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare

Euro und Europa

01.07.2015 -

Eine gehörige Portion Unverfrorenheit gehört schon dazu, kurz nach Auslaufen der Frist für neue Hilfe ein Referendum abzuhalten. Doch Tsipras weiss, dass die Europartner dem Land bei einem Ja gegebenenfalls ein weiteres Mal entgegenkommen. Die Folgen für Anleger sind kurzfristig höhere Volatilität, wobei wir deutliche Kursschwäche für Zukäufe in Aktien nutzen würden, speziell aber auch bei Währungen, wo der griechische Entscheid für oder gegen die Eurozone den Euro schwächen bzw. stärken sollte, denn: Es gibt noch genügend Euromitglieder, denen eine Aufweichung des Fiskalpakts zupasskäme.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare

Tips

29.04.2015 -

Auf der Suche nach attraktiven Segmenten im Obligationensektor fallen die sehr tiefen Inflationserwartungen auf, die von den Preisen langfristiger inflationsgeschützter US-Staatsanleihen (Treasury Inflation-Protected Securities, Tips) abgeleitet werden können. Wir sehen Parallelen zum Jahr 1998, als in der Folge der stark gefallenen Ölpreise die Inflationsraten deutlich zurückglitten und die langfristigen Inflationserwartungen ebenfalls stark herunterkamen. Interessanterweise stiegen diese Erwartungen daraufhin parallel mit dem Einsetzen des Basiseffekts beim Ölpreis, der die Inflationsraten wieder steigen liess. Wir erachten es nicht als Zufall, dass sowohl das Tief im Ölpreis als auch das Tief bei den langfristigen Inflationserwartungen im Januar erreicht wurde, und empfehlen, in diesem Obligationensegment Positionen mittels eines breit diversifizierten Fonds aufzubauen.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare

Das griechische Drama, 3. Akt

23.04.2015 -

Die Unsicherheit bezüglich der Liquiditätssituation der griechischen Regierung ist sehr hoch. Wird es gelingen, den gordischen Knoten zu durchtrennen? Auch wenn stets optimistische Töne seitens Athener Regierungsvertretern zu vernehmen sind, bleibt die Situation vertrackt. Es erscheint aktuell sehr unwahrscheinlich, dass sich eine detaillierte Einigung zwischen Griechenland und seinen Europartnern noch im April – wie im Februar verheissen – ergeben wird.

Der in den Februarwahlen in die Wüste geschickte ehemalige Ministerpräsident Samaras hat sich Anfang April zur Möglichkeit geäussert, eine Regierung der nationalen Einheit zu unterstützen. Ein nobler Zug, möchte man meinen, um Griechenland in der Eurozone zu halten. Wir sind indes nicht der Meinung, dass es in Griechenland zu einer Regierung der nationalen Einheit kommen wird – schliesslich wurde Syriza ja genau deshalb gewählt, weil die griechischen Wähler genug haben von der Austerität. Wir können uns nämlich nicht vorstellen, dass, nur weil ein paar europäische Regierungschefs eindringlicher als auch schon auftreten, plötzlich wieder Zentrumsparteien (Nea Dimokratia, To Potami) in Neuwahlen die Mehrheit erreichen werden. Zudem: Weshalb sollte das Parlament aufgelöst werden?

Wir bleiben bei unseren Empfehlungen vorsichtig und würden aktuell trotz der günstigen Bewertung des griechischen Aktienmarkts dort keine Käufe tätigen – nicht zuletzt droht die nicht insignifikante Wahrscheinlichkeit eines Grexits mit einem resultierenden deutlichen Währungsverlust (der «neuen Drachme»), was die Performance zumindest kurzfristig recht verhageln könnte. Auch würden wir den Banktiteln im Falle eines Grexits keinen Euro Wert zugestehen, denn in diesem Fall müsste von einer Nationalisierung des Sektors unter der linkspopulistischen Regierung ausgegangen werden.

Somit: Lieber den DAX kaufen und davon profitieren, dass kurzfristig noch etwas Druck auf den Euro kommen könnte. Nur wenn die griechische Regierung einlenkt und sich an die Abmachungen hält (was ja nicht der Fall ist aktuell), sehen wir kurzfristig deutliches Potenzial in EUR/USD. Sollte sich ein Kompromiss zwischen der griechischen Regierung und der Eurogruppe ergeben, der letztlich aufzeigt, dass es sich für einzelne Länder lohnt, sich spieltheoretisch zwar richtig, für die Union aber schädlich aufzuführen, müsste von weiterer deutlicher EUR-Schwäche ausgegangen werden. Denn: Wenn die Griechen mit einer Konfrontationsstrategie punkten können, öffnet dies Tür und Tor für andere Länder. Beispielsweise in Spanien, wo im Dezember nationale Wahlen anstehen, müsste weiter mit deutlichem Rückenwind für die linkspopulistische Podemos gerechnet werden. Das Risiko, dass sich die Gemeinschaftswährung immer weiter von den stabilitätsorientierten Prinzipien etwa der deutschen Bundesbank entfernen könnte, würde sich somit in einem weiteren Schwächeanfall des Euros niederschlagen.

Vor diesem Hintergrund ist deshalb verständlich, weshalb eine steigende Anzahl von Ökonomen einen «Grexit» als positiv für das langfristige Bestehen des «Projekts Einheitswährung» betrachtet.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare

Währungskriege

13.01.2015 -

Die Bilanzen der weltweit bedeutendsten Zentralbanken haben in den letzten Jahren Grössenordnungen erreicht, die zuvor kaum vorstellbar waren. Es erscheint uns schlüssig, dass das massgebliche Ziel dieser äusserst largen Geldpolitik die Schwächung der eigenen Währung darstellt. Neben der Tatsache, dass nicht alle Länder auf diese Weise abwerten können – es handelt sich letztlich ja um ein Nullsummenspiel –, steigt damit das mittelfristige Risiko, dass mit Handelsbeschränkungen reagiert wird, was wir als sehr gefährlich betrachten. Zudem sehen wir mittelfristig die steigende Gefahr einer schwierig zu kontrollierenden inflationären Entwicklung, auch wenn aufgrund der gefallenen Rohwarenpreise aktuell vielerorts negative Inflationsraten erwartet werden dürfen.

Daniel Egger

Kommentieren Keine Kommentare